Moshé Feldenkrais: Der höchste Sinn und Zweck von Judo
von Claus JK
Oder der seiner Methode?
Im Rahmen unseres heutigen Geburtstagsforums zum 6. Geburtstag unseres gemeinsamen AYnmal täglich Projekts kam die Rede auf das letzte Buch, das Moshé Feldenkrais über Judo geschrieben hat. Es heißt „Higher Judo“ und wurde vor einigen Jahren neu aufgelegt. Higher Judo enthält viele technische Hinweise, die vor allem für Judoka interessant sein dürften.
Vor dem praktischen Teil stellt Moshé Feldenkrais jedoch auf knapp 40 Seiten die theoretischen Grundlagen von Judo dar. Darin erläutert er, weshalb Judo anders als andere bekannte Bewegungsmethoden funktioniere. Diese Einleitung ist für sich sehr lesenswert, aber hier soll nur sein Resümee zitiert werden. Am Ende schreibt er:
Der Weg des Judo ist für Handlung und Bewegung das, was die wissenschaftliche Methode für das Denken ist. Beide sind „neu“, aber nicht in dem Sinne, dass unsere Vorfahren sie niemals verwendet hätten oder dass sie den ererbten Eigenschaften des menschlichen Nervensystems fremd wären, sondern weil sie etwas methodisch verwenden, das früher brach lag und daher eine Frage von Glück oder Zufall war. (Feldenkrais, Higher Judo 1952, S. 37. Übersetzung: C-J. Kocka)
Wäre es vermessen, hier Weg des Judo durch Feldenkraismethode zu ersetzen?
Und hier das Zitat im Original:
The Judo way is to action, as the scientific method is to thought. Both are “new,” not in the sense that our ancestors havenever used them, or that they are foreign to the human nervous inheritance, but because they use methodically what was formerly left uncultivated and therefore a matter of chance and luck. (Feldenkrais Higher Judo 1952, p. 37)